Förderbrunnen
Eine Tauchpumpe holt das Grundwasser nach oben. Der Brunnen liegt in Fließrichtung des Grundwassers stromaufwärts.
Grundwasser ist auch im Jänner deutlich wärmer als die Luft. Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe macht daraus Heizwärme, sehr effizient, wenn genug Wasser in guter Qualität vorhanden ist. Hier lesen Sie, was dafür nötig ist, was es kostet und wie die Bewilligung läuft.
Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist eine Heizung, die Grundwasser als Wärmequelle nutzt. Sie entnimmt Wasser aus einem Förderbrunnen, entzieht ihm einige Grad Wärme und leitet es über einen Schluckbrunnen zurück in den Untergrund. Die gewonnene Wärme versorgt Fußbodenheizung, Heizkörper und Warmwasser.
Der Name folgt dem üblichen Muster: Wärmequelle Wasser, Wärmeträger im Haus ebenfalls Wasser. Gebräuchlich sind auch die Bezeichnungen Grundwasser-Wärmepumpe, Brunnen-Wärmepumpe oder schlicht Wasser-Wärmepumpe.
Laut klimaaktiv hat Grundwasser ganzjährig rund 7 bis 12 °C. Diese stabile Quelle erklärt die hohe Effizienz: klimaaktiv nennt für Wasser-Wasser-Anlagen Jahresarbeitszahlen bis 6, für Luft-Wasser-Wärmepumpen etwa 3 bis 4.
Zwei Brunnen im Garten, ein Gerät im Haus. Alle drei müssen aufeinander abgestimmt sein.
Eine Tauchpumpe holt das Grundwasser nach oben. Der Brunnen liegt in Fließrichtung des Grundwassers stromaufwärts.
Sie kühlt das Grundwasser um einige Grad ab und bringt die Wärme auf Heiztemperatur. Das Wasser selbst bleibt in seinem Kreislauf.
Hier versickert das abgekühlte Wasser wieder. Er liegt stromabwärts, damit kein kaltes Wasser zum Förderbrunnen zurückströmt.
Brunnen, Kosten, Technik und eine ehrliche Abwägung der Vor- und Nachteile.
Probebohrung, Brunnenabstand, Wasserqualität und die Bewilligung nach Wasserrechtsgesetz.
Grundwasser-WärmepumpeGerät, Probebohrung, Förder- und Schluckbrunnen, Pumpe, Wartung und Förderung.
Wasser-Wasser-Wärmepumpe KostenVom Förderbrunnen über Wärmetauscher und Verdichter bis in den Heizkreis.
Wie funktioniert die Wasser-Wärmepumpe?Effizienz gegen Aufwand: Für wen sich eine Grundwasser-Anlage lohnt und für wen nicht.
Vor- und Nachteile im ÜberblickBosch Österreich nennt für eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe rund € 19.000 bis 20.000 ohne Installation. Für die Brunnenanlage kommen laut klimaaktiv eine Probebohrung mit rund € 1.000 bis 1.500, zwei Brunnen mit je € 2.000 bis 5.000 und eine Tauchpumpe mit € 500 bis 1.000 dazu.
| Position | Richtwert | Quelle |
|---|---|---|
| Wärmepumpe (ohne Installation) | ca. € 19.000 bis 20.000 | Bosch Österreich |
| Probebohrung | ca. € 1.000 bis 1.500 | klimaaktiv |
| Förder- und Schluckbrunnen | je ca. € 2.000 bis 5.000 | klimaaktiv |
| Tauchpumpe | ca. € 500 bis 1.000 | klimaaktiv |
| Wartung und Instandhaltung | 2 bis 3 % der Investition pro Jahr | klimaaktiv |
Richtwerte, Stand Oktober 2026; klimaaktiv-Werte aus der Publikation 2023. Installation, Leitungen und Behördenkosten sind nicht enthalten. Die vollständige Aufstellung mit Förderung finden Sie unter Kosten der Wasser-Wasser-Wärmepumpe.
Keine Wärmequelle ist so effizient und zugleich so abhängig vom Standort. Ob sie bei Ihnen funktioniert, entscheidet sich nicht im Heizraum, sondern im Untergrund. Diese Fragen sollten früh geklärt sein.
klimaaktiv nennt als Richtwert rund 200 bis 250 Liter pro Stunde je Kilowatt Heizleistung. Ob der Untergrund diese Menge dauerhaft liefert, zeigt am verlässlichsten eine Probebohrung mit Pumpversuch. Hinweise geben auch bestehende Brunnen in der Nachbarschaft und die Auskünfte der Wasserrechtsbehörde.
Eisen und Mangan können Brunnen und Wärmetauscher zusetzen. klimaaktiv gibt als Richtwerte weniger als 0,2 mg/l Eisen, weniger als 0,1 mg/l Mangan und einen pH-Wert ab 7 an. Eine Wasseranalyse vor der Planung schafft Klarheit. Mehr dazu unter Vor- und Nachteile der Wasser-Wasser-Wärmepumpe.
Die Nutzung von Grundwasser zum Heizen braucht eine Bewilligung nach § 10 Wasserrechtsgesetz, die Rückgabe fällt unter § 32 Abs. 2 lit. b WRG. In Wien verlangt die Behörde, dass die Brunnen von konzessionierten Brunnenbauern errichtet werden, und gibt für das zurückgeleitete Wasser einen Temperaturbereich von 5 bis 18 °C vor. Wie lange das Verfahren dauert und was es kostet, ist je nach Bundesland verschieden; fragen Sie bei Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat nach. Details unter Grundwasser-Wärmepumpe: Brunnen und Bewilligung.
Beim Umstieg von einer Öl-, Gas- oder Kohleheizung oder einer Stromdirektheizung gibt es in der Neuauflage Kesseltausch 2026 des Bundes € 5.000 Pauschale. Werden neue Brunnen gebohrt, kommt der Bohrbonus von € 5.000 dazu. Registrieren lässt sich das Vorhaben vom 2.11. bis 31.12.2026, förderfähig sind Leistungen ab dem 7.10.2026. Die Runde 2027 soll am 4.1.2027 starten, mit Antrag vor der Umsetzung; Details folgen im Dezember 2026 (Stand Oktober 2026).
Sie stellen eine Anfrage, regionale Fachbetriebe prüfen die Machbarkeit und machen Ihnen ein Angebot.
Angaben zu Haus, Heizung und Grundstück, dazu, falls bekannt, ob es in der Umgebung schon Brunnen gibt.
Mit Ihrer Zustimmung geht die Anfrage an bis zu drei Betriebe aus Ihrer Region.
Der Betrieb beurteilt Grundwassersituation, Brunnenstandorte und Heizsystem und bespricht Probebohrung und Bewilligung.
Sie vergleichen Brunnen, Wärmepumpe, Leistungsumfang und Preis und entscheiden selbst.
Eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser als Wärmequelle. Ein Förderbrunnen pumpt das Wasser zur Wärmepumpe, die ihm Wärme entzieht und damit Heizung und Warmwasser versorgt. Das abgekühlte Wasser fließt über einen Schluckbrunnen zurück in den Untergrund.
Das Grundwasser gibt seine Wärme im Verdampfer an ein Kältemittel ab. Ein elektrisch betriebener Verdichter hebt die Temperatur an, im Verflüssiger geht die Wärme ans Heizwasser. Ausführlich erklärt unter Funktion der Wasser-Wasser-Wärmepumpe.
Bosch Österreich nennt für das Gerät rund € 19.000 bis 20.000 ohne Installation. Dazu kommen die Brunnen: klimaaktiv nennt rund € 1.000 bis 1.500 für eine Probebohrung und je € 2.000 bis 5.000 für Förder- und Schluckbrunnen. Mehr unter Kosten der Wasser-Wasser-Wärmepumpe.
Vorteile sind die gleichmäßig warme Quelle mit 7 bis 12 °C und eine Jahresarbeitszahl, die laut klimaaktiv bis 6 erreichen kann. Nachteile sind die Abhängigkeit von Menge und Qualität des Grundwassers, die wasserrechtliche Bewilligung und der Wartungsaufwand der Brunnen.
Ja. Laut klimaaktiv ist die thermische Nutzung von Grundwasser genehmigungspflichtig, mit Bewilligung nach § 10 Wasserrechtsgesetz. In Wien wird der Antrag bei der MA 58 bzw. beim Magistratischen Bezirksamt gestellt, die Brunnen dürfen nur konzessionierte Brunnenbauer errichten.
Ja. Ersetzen Sie eine fossile Heizung, fördert der Bund das in der Neuauflage Kesseltausch 2026 mit € 5.000 Pauschale; für einen neuen Brunnen gibt es € 5.000 Bohrbonus. Die Registrierung läuft vom 2.11. bis 31.12.2026 (Stand Oktober 2026).
Beschreiben Sie Haus und Grundstück. Bis zu drei Fachbetriebe aus Ihrer Region prüfen die Machbarkeit und erstellen ein Angebot für Brunnen und Wärmepumpe. Kostenlos und unverbindlich.